Gespräch mit Prof. Dr. Eva Orthmann über den Literaturkreis der DIrG und die anstehende Lektüre des Romans „Tarlan“ von Fariba Vafi

Von Gesa Staat

Gesa Staat (G.S.): Planen Sie im Literaturkreis der DIrG die Lektüre der Romane oder Kurzgeschichten von Fariba Vafi?
Eva Orthmann (E.O.): Ja, einen ihrer Romane haben wir im Literaturkreis bereits vor längerem gelesen, ihren Roman „Kellervogel“ und die Besprechung von „Tarlan“ ist für den kommenden Termin geplant.

G.S.: Wie ist der Ablauf oder das Vorgehen beim Literaturkreis?
E.O.: Der jeweilige Text wird vorher individuell gelesen und anschließend beim Treffen des Literaturkreises werden bestimmte Passagen, die den Teilnehmern besonders interessant erscheinen, gemeinsam besprochen. Da die Anzahl der ins Deutsche übersetzten persischen Romane allerdings überschaubar ist und wir diese Grenze erreicht hatten, mussten wir einige Male auf iranische Filme ausweichen. Diese wurden dann entsprechend auch im Voraus von den Teilnehmern gesehen. Beim Treffen des Literaturkreises konnten dann einzelne Szenen nochmal gemeinsam angesehen werden, um sie besser besprechen zu können.

G.S.: Ist die Teilnahme beschränkt?
E.O.: Nein, jeder Interessierte ist herzlich willkommen. Wir besprechen im Literaturkreis nur ins Deutsche oder allenfalls ins Englische übersetzte Texte, sodass auch keine sprachlichen Schwierigkeiten auftreten sollten.

G.S.: Können Interessierte jederzeit in den Literaturkreis einsteigen?
E.O.: Ja, das ist jederzeit möglich. Man muss nur zuvor das entsprechende Buch gelesen haben.

G.S.: Wo und wann findet der Literaturkreis immer statt?
E.O.: Der nächste Termin ist für Ende November bzw. Anfang Dezember geplant. Aufgrund meiner Abwesenheit im Rahmen eines Forschungssemesters im Wintersemester 2016/17 und wegen des Umzugs unseres Instituts im vergangen Sommersemester konnte der Literaturkreis in letzter Zeit leider nur sehr sporadisch stattfinden. Da dies nun aber alles hinter uns liegt, steht dem nächsten Treffen nichts mehr im Wege.
Durch den Umzug hat sich allerdings die Örtlichkeit etwas geändert. Die nächsten Treffen werden nun in der Brühler Straße 7 in 53119 Bonn stattfinden.
Die Verkehrsanbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist recht gut. Man kommt sowohl mit den U-Bahnlinien 18 und 68 bis zur Haltestelle „Brühler Straße“, als auch mit den Linien 16 und 63 bis zur Haltestelle „Propsthof Nord“. Von beiden Haltestellen sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Etwas problematisch könnte es bei der Anfahrt mit dem Auto werden, da die gebäudeeigenen Parkplätze nicht öffentlich nutzbar sind.

G.S.: Wie schätzen Sie die Thematik des Romans „Tarlan“ im Vergleich zu ihren bisherigen Lektüren im Literaturkreis ein? Fällt sie aus dem Rahmen, verdeutlicht sie bestimmte Aspekte, die in anderer, von Ihnen behandelter Literatur thematisiert werden?
E.O.: Da ich den Roman noch nicht gelesen habe, kann ich mich dazu nicht eingehender äußern, aber was zentral zu sein scheint ist die Frauenthematik und die Frage, was man mit seinem Leben machen will, der Abschied von Wunschträumen… all das sind Themen, die universell sind und jeden etwas angehen. Im Vergleich zu anderer Literatur, die wir im Literaturkreis behandelt haben, ist die Leichtigkeit in Vafis „Kellervogel“ auffällig. Wir haben ansonsten viele extrem deprimierende Texte voller Gewalt gelesen, mit entsetzlichen Folterszenen. So etwas findet man bei Fariba Vafi nicht. Das ist eine wahre Erleichterung.

Frau Prof. Dr. Eva Orthmann leitet als Kulturbeauftragte des DIrG den regelmäßig stattfindenden Literaturkreis.